Die Entstehung

Die Morphologie der "Grotta Grande del Vento"

Die "Paleosäle", so genannt, weil sie eine statische Position der Grotten von Frasassi quer durch die Zeit darstellen, sie stellen die Anfangsphase der Reaktion des schwefelhaltigen Wassers auf dem Kalksteinmassiv dar. Am Aufstiegspunkt, an dem das schwefelhaltige Wasser und das kalte Flusswasser aufeinander trafen, erfolgte durch Mischung des karbonatischen Wassers die Reaktion, die das Lösen der Kalkwände und auf Grund der Sättigung der Lösung eine Gipsablagerung verursachte. Diese Paleosäle haben stets einen glockenförmigen transversalen Querschnitt, der einem ganzen Erosionszyklus des Sentino und der ganzen damit verbundenen Hydrographie entsprechen sollte. Die Paleosäle erscheinen, sofern sie nicht von Wasser- oder Tropfen-Durchsickerungen betroffen sind, ohne kalkhaltige Konkretionen, jedoch mit reichhaltigen weißen Gipsablagerungen (Manhattan-Saal).

Die entstandenen oder eingebrochenen Säle stellen hingegen die auf die Bildung des Karstkomplexes folgende Phase dar. Nach wiederholten Erosionszyklen des Flusses, die sich im Inneren der Grotte mit der Bildung von verschiedenen, durch Paläosäle dargestellte Ebenen widerspiegelt, folgte nun eine Zeit des Stillstands der Position des Sentino-Flussbettes. Unter diesen Bedingungen konnte der Reaktionsbereich immer an der gleichen Höhe wirken und so wurden die Paläosäle in horizontaler Richtung vergrößert. Durch das Fortschreiten dieses Phänomens fehlte dem Kalkgewölbe plötzlich die Stütze und sie stürzte ein. Durch diesen Einsturz kam es zur Vereinigung von zwei oder mehreren übereinanderliegenden Schichten zu einem Saal.

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